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29.03.2010 02:03 | E-Consulting, Webmarketing

Hotelvideos, YouTube, Video-Ads und SEO

Es gibt wieder mal ein paar neue Anbieter, die keilernd durch Lande ziehen und den Hotels jetzt Videos als nonplusultra suchmaschinenrelevant verkaufen möchten. Daher widme ich mich diesmal der Frage “Kann man mit Web-Videos überhaupt das Ranking einer Website pushen”?

Technology drives Content drives Technology

Als ich vor einigen Jahren noch zu den Pionieren der Web-Video-Technologien zählte war dieses Thema gekennzeichnet durch 3 entscheidende technische Merkmale:

  • Netzwerk-Bandbreite
  • Verbreitung via Unicast (1:1 Video-on-Demand ) oder Multicast (1:n Videostream á la TV-Sender)
  • Player-Technologie: Im wesentlichen buhlten einst Microsoft mit dem Windows Media Player, Real Networks mit dem RealPlayer und Apple mit Quicktime um Marktanteile.

Dann kam alles anders: Der Adobe Flash Player entwickelte sich als interessante Plattform zur Video-Distribution im Web; sowohl Qualität der Video-Codecs (On2) als auch Marktanteile der notwendigen Browsertechnologie (Flash Plugin) sorgten für Furore, spätestens seit YouTube. Die meisten Videos im Web werden heute in einer Mischung aus Unicast-Verfahren und progressive Download gesendet. Live-Webkonferenzen hingegen im Mulitcast-Verfahren.

Mittlerweile können auch Laien mit einer normalen Digicam “Videos produzieren” und “uploaden”; zugute kommt dem ganzen, dass mittlerweile auch die Bandbreite in den Haushalten durch die Verbreitung von DSL enorm gestiegen ist. Das seit Jahren vielbeschworene Web-TV ist endlich da…

Dennoch muß festgehalten werden, dass Web-TV bis heute an verschiedensten Unzulänglichkeiten scheitert – wer bereits mit Videoload, Maxdome und Co experimentiert hat, weiß wovon ich rede: Man braucht sehr gute  PC-Kenntnisse und dennoch ruckelt bei 16MBit das Video oder bricht ganz ab und man muß wieder von vorne anfangen, usw… alles viel zu kompliziert und viel zu fehleranfällig.

Videos als Content-Bestandteil einer touristischen Website

Anders als beim normalen TV oder im Kino gibt es bei Web-Videos aber auch eine KONZEPTIONELLE Einschränkung: Die Länge eines Web-Videos – In der Kürze liegt die Würze! Also beschränkt sich das ganze dann doch eher auf Web-Clips, welche auch im Bereich der Website-Gestaltung immer mehr Freunde finden.

Wer es als Hotelier schafft, Mitarbeiter mit einer 100 EUR Digicam auszustatten, die bspw. bei Wanderungen mit Gästen die eine oder andere ECHTE (neudeutsch: “authentische”) Szene zu drehen und hinterher auf einem MacBook/PC daraus ein kurzes (max 2-3 Minuten) Video zu schneiden, hat schon gewonnen!

Das fertige Video kann dann binnen weniger Minuten auf YouTube (über den bereits vorhandenen Google Account, weil ja heute eh alle auch über ein eigenes AdWords/Analytics Konto nutzen) hochgeladen werden. Danach kopiert man sich ein Codeschnipsel zum “Einbetten” in die eigene Website raus und voilá – schon habe ich auf einer Hotel-Website das, was Gäste wirklich sehen wollen: Wie geht es in diesem Hotel zu, was kann man dort unternehmen, usw.

Bringt das was für das Ranking in Suchmaschinen bzw. mehr Gäste?

In YouTube werden pro Minute 20 Stunden Videos hochgeladen, die Chance dass jemand AUF YouTube das Video eines Hotels findet ist eher dem Zufall zuzurechnen. Schon eher werden Gäste, die bereits die Website kennen sich das Video ansehen.

So manches Premium-Hotel leistet sich sogar die professionelle Produktion eines eigenen Channels innerhalb der Website – aufwendig produziert in HD, geschnitten wie im TV, vertont wie im Kino, moderiert wie bei einer Talkshow.

Interessant, aber bringt es was fürs Suchmaschinen-Ranking bei Google? Dort werden bei verschiedensten Suchbegriffen immer öfter “Video-Ergebnisse” angezeigt, aber als Ziel-URL steht dort nicht die Hotel-Web-URL sondern eben youtube…

Dass Videos angeblich das Ranking einer Website pushen ist ein Mythos bzw. ein ziemlich ungeschickter Verkaufstrick von Leuten mit Halbwissen!

Wenn schon kein besseres Ranking, lohnen sich wenigstens Video-Ads für Hotels?

Gemäß Ergebnissen einer Studie »Bewegung im Netz« wird Online-Video-Werbung in Deutschland akzeptiert und verbessert das Markenimage.

Bei Hotels stellt sich mir schon mal grundsätzlich die Frage nach dem “Markenimage”. Wer, der noch nicht persönlich dort war, kennt das Hotel “Trallala” in “Blablahausen”? Wer wird sich an diese “Marke” erinnern, wenn beim Lesen auf einer beliebigen Website zufällig eine von hunderttausend Werbeeinblendungen über den Bildschirm huscht?

Ich glaube nicht, dass sich die Investition in teure “Videoproduktionen fürs Netz” für “normale” Hotels lohnt, im Sinne von “mehr Anfragen(Conversions)” oder besseres “Markenimage”. Zumal man mit YouTube-Videos im Hoteleigenen Blog nur einen Bruchteil des Geldes benötigt “um dabei zu sein”.

Und last but not least:

Selbst das tollste und aufwändigst produzierte Web-Video erreicht unter Umständen eine ganze Gruppe potenzieller Gäste NICHT. Der Grund: In zahlreichen größeren Unternehmen, Banken, Automobilherstellern und Versicherungskonzernen sind Websites wie YouTube, Facebook, etc. gesperrt und bestimmte Technologien wie Flash, Java, Quicktime usw. aus sicherheitsgründen deaktiviert! Letztlich kommt dort die Message eines Hotels wieder nur über Bild & Text rüber, d.h. über eine “normale, suchmaschinenoptimierte Website”…

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